El Hierro wird “Selbstversorger” mit erneuerbarer Energie
In Europa ist Spanien eines der führenden Länder, wenn es um die Nutzung erneuerbarer Energien geht. So will die spanische Regierung in nur zwei Jahren erreichen, daß sich El Hierro selbstständig aus Wind- und Wasserenergie versorgen kann. Pro Jahr soll der Ausstoß von Kohlendioxid somit um ca. 20.000 Tonnen, Schwefeldioxid um 100 Tonnen und Stickstoff um 400 Tonnen gesenkt werden.
Damit wäre El Hierro die erste Insel der Welt, die ihre Energieversorgung ausschließlich aus Wind- und Wasserkraftanlagen beziehen würde. Zur Zeit gewinnt El Hierro seine Energie aus einem Dieselkraftwerk, welches ca. 6.000 Tonnen Diesel im Jahr benötigt, um die knapp 11.000 Einwohner zu versorgen. Für Notfälle soll es aber weiterhin bestehen bleiben. Der derzeitige jährliche Stromverbrauch von ca. 35 Gigawatt soll bis zum Jahr 2015 auf ca. 48 Gigawatt steigen.
Geplant ist der Bau eines Wasserkraftwerks von 9,9 Megawatt mit drei Turbinen von 3,3 Megawatt und einem Windpark. In der windreichen Zeit von März bis September wird durch die Windräder die elektrische Energie gewonnen. Die überschüssige Energie wird genutzt, um ca. 225.000 Kubikmeter Wasser aus einem Reservoir an der Küste in ein 700 Meter höher gelegenes Becken in einem erloschenen Vulkankrater zu transportieren. Wenn der Wind aussetzt, wird die Energie durch das Wasserkraftwerk, das zwischen den zwei künstlichen Stauseen gebaut wird, erzeugt. Die Turbinen werden durch das herabfließende Wasser bewegt und erzeugen so die Energie.
Für die Umsetzung wird die Gesellschaft “Gorona del Viento El Hierro S.A.” gegründet, an der die Inselregierung, das Technologische Institut der Kanarischen Inseln (ITC), der Energieversorger Endesa, sowie andere Firmen beteiligt sind.
Bereits in diesem Jahr sollen 15 Milionen Euro investiert werden und in den folgenden zwei Jahren je 20 Milionen, insgesamt wird das Projekt auf ca. 54 Milionen Euro geschätzt.














