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 Karneval

Karneval auf El Hierro

Karneval feiern auf El Hierro

Die 5. Jahreszeit auf El Hierro findet im Februar/März bei angenehmen Temperaturen um die 20° C statt.

Die Tradition des Karnevalfeierns stammt schon aus dem 16. Jahrhundert, als die Menschen auf den Straßen ihre Kritik zum Ausdruck brachten. An festgelegten Tagen verkleidete man sich und führte satirische Reden, bis dies im Jahre 1523 von König Carlos I verboten wurde. Erst 200 Jahre später wurde das Gesetz gegen Verkleidungen und Maskeraden von
Felipe V. wieder aufgehoben. Bis es zu Zeiten des Bürgerkrieges wieder verboten war, diesmal von General Franco. Als seine Diktatur 1975 beendet war, konnte auch hier wieder Karneval gefeiert werden.

Heute hat der Karneval auf den Kanaren seine zentrale Funktion zurück erobert. Die Kanarischen Inseln sind bekannt für einen bunten und exotischen Karneval. Die aufwendigsten Feiern auf El Hierro finden in der Hauptstadt Valverde und in Frontera statt, aber auch in einigen anderen Orten wird gefeiert. Die Spitzenreiter in Sachen Karneval auf den Kanarischen Inseln sind allerdings die Städte Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria.

Der Höhepunkt des närrischen Treibens ist die "Fiesta de los Carneros" (Fest der Hammel) in Frontera. Diese Feierlichkeit dient der Erinnerung an das Hirtenleben, als die Einwohner mit ihren Herden umherzogen. Dieses eindrucksvolle Spektakel geriet fast in Vergessenheit als der Karneval unter Franco verboten war, aber dank Benito Padrón, eines sehr alten Einwohners von Frontera, geschah dies nicht. Über viele Jahre bewahrte er die Hammelfelle auf, um sie heute an die Jüngeren weiterzugeben.

Die Männer verkleiden sich mit den Fellen als Hammel, Gesichter, Beine und Arme werden schwarz angemalt und sie tragen Glocken um den Hals. Begleitet werden sie von verkleideten Hirten. Außerdem gibt es eine Person, die "El Loco" (Der Verrückte) genannt wird. Diese versucht Panik unter den Hammeln ausbrechen zu lassen, um die Kinder und Frauen zu erschrecken, was dann glücklicherweise durch die Hirten verhindert wird.

Mit latein-amerikanischer Musik gestalten die "Murgas" (Gesangsgruppen) und "Comparsas" (Tanzgruppen) die "Cosos" (Umzüge) in den verschiedenen Ortschaften. In jedem Jahr gibt es ein anderes Motto, um die Gesellschaft, Politik oder Aktuelles kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Wie auch auf den größeren Inseln wird auch hier eine Karnevalskönigin und eine Kinderkönigin gewählt. Auch hier sind die Kostüme sehr aufwendig gestaltet und die Vorbereitungen für die gesamten Feierlichkeiten nehmen schon vor der Karnevalszeit viel Zeit in Anspruch.

Ein interessantes Schauspiel ist immer wieder die "Entierro de la Sardina" (Beerdigung der Sardine), die das offizielle Ende der Karnevalszeit einleutet. Eine Sardine aus Pappmaché wird mit einem "Trauerzug" zu ihrer Feuerbestattung begleitet, um anschließend verbrannt zu werden. Die "Trauergäste", die ihr das letzte Geleit geben, trauern feierlich. Wie auf den kanarischen Inseln üblich, wird auch diese Festlichkeit mit einem großen Feuerwerk begleitet.